Unser 3. Buch

 
     
 

 
     
 

 
 

Impressum:

Karl-Josef Stutzmiller

Ingeborg und Gerhard Erasin

Ute Fink

Johann Mayer

Edelgard Raab

Hans-Jürgen Wickmair

Bilder:

Archiv Historischer Bürgerverein Staufen

Layout:

Karl-Josef Stutzmiller

Herausgeber:

Historischer Bürgerverein Staufen e.V.

Karl-Josef Stutzmiller

1.Vorsitzender

89428 Staufen

 
 
     
 

Inhaltsverzeichnis

 
 

 Grußwort Bernd Steiner 1. Bürgermeister Syrgenstein
Vorwort Karl-Josef Stutzmiller, 1. Vorsitzender Historischer Bürgerverein
Staufen e. V. 
Einführung
Altenberg/Ballhausen
Landshausen
Staufen
Forstdienststelle Staufen – jetzt Revier Syrgenstein
Der Postbus
Steiff und Alligator – Heimarbeit
Schlußwort
Impressum
                                                               

 

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Grußwort von Bürgermeister Bernd Steiner 

 

Der technische Fortschritt und die zunehmende Industrialisierung in den letzten 100 bis 150 Jahren haben für den ländlichen Raum und damit auch für unsere Dorfgemeinschaften gravierende Veränderungen gebracht.

Das kulturelle und gesellschaftliche Leben in den Dörfern hat sich deutlich gewandelt, was natürlich auch im Zusammenhang steht mit einem massiven Umbruch in der Arbeitswelt.

Viele Dinge sind mittlerweile verschwunden und in Vergessenheit geraten, weil der technische Fortschritt und der gesellschaftliche Wandel unseren Alltag so verändert haben. Ob die gesamten Veränderungen für unsere Gesellschaft alle positiv waren, müssen nachfolgende und künftige Generationen beurteilen.

Damit sie dies überhaupt tun können, ist es wichtig, dass wir Vergangenes möglichst umfangreich dokumentieren und für die Nachwelt bewahren.

Mit dem vorliegenden Buch hat der Historische Bürgerverein Staufen e.V. einen wichtigen Meilenstein gegen das Vergessen gesetzt.

Durch die Auswertung und Sichtung öffentlicher Quellen und privater Archive ist es dem Vorsitzenden Karl-Josef Stutzmiller und seinem Autorenteam gelungen, einen aufschlussreichen Blick in die Vergangenheit zu schaffen.

Für die geleistete Arbeit und das großartige Engagement möchte ich allen an diesem Werk beteiligten Personen ein großes Kompliment und ein herzliches Dankeschön aussprechen.

Bernd Steiner

1. Bürgermeister

 

 
     

Vorwort von Karl-Josef Stutzmiller - Historischer Bürgerverein

Bei der Zusammenstellung der Beiträge wurde mir bewusst, wie vielfältig das Geschäftsleben auch auf unseren Dörfern war und ist. Aber auch die Veränderungen der Berufe. Manche sind ganz verschwunden. Wiederum andere haben sich neuen Technologien angepasst. Es ist eine wahre Entdeckungsreise durch Syrgensteins Geschäftswelt.

Die hier zusammengetragenen Berichte basieren auf Auskunft der Betriebsinhaber, lebenden Verwandten, auf Erzählungen sowie Erinnerungen vieler  Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Gemeinden.

Als Reporterin im „Außendienst“ war Edelgard Raab unermüdlich im Einsatz. Sie suchte Geschichten und besorgte fehlende Daten oder Bilder. Viel Wissenswertes, Bemerkenswertes und Spannendes kam dabei zu Tage.

Herzlichen Dank an Ingeborg und Gerhard Erasin, Ute Fink, Johann Mayer, Edelgard Raab und Hans-Jürgen Wickmair für ihr nimmermüdes Engagement  beim Recherchieren und Mitschreiben sowie beim Beschaffen von Bildmaterial.

Mein Dank gilt auch Robert Lang und Ellen Bonna-Knöpp für die Unterstützung, sei es, wenn ein Bild fehlte oder Daten noch beizubringen waren.

Ein besonderer Dank an Annerose Schmautz von der VG Syrgenstein für das Recherchieren im Gemeindearchiv.

Danke auch Rosemarie Sing für das Korrektur lesen.

Herzlichen Dank allen, die zum Gelingen dieses Werkes beigetragen haben. 

Syrgenstein im März 2019

Karl-Josef Stutzmiller 1. Vorsitzender

 
 
 

Einführung

Zu einer funktionierenden Dorfgemeinschaft gehörten in früheren Zeiten nicht nur die Bauern mit ihren Taglöhnern, der Pfarrer und der Lehrer, sondern auch die Handwerker und je nach Dorfgröße mindestens ein Bäcker, ein Kaufladen und natürlich eine oder mehrere Wirtschaften.

Die Wirtschaft war der gesellschaftliche Mittelpunkt des Dorfes, besonders für die Männer. Frauen tauschten ihre Neuigkeiten in den Gemischtwarenläden aus. Der Bäcker verkaufte nicht nur sein Brot, oftmals brachten die Hausfrauen ihre selbstgemachten Hefezöpfe, ihr Platz oder gar ihr Brot zum Bäcker, der es dann gebacken hat. Lohnbäcker betrieben meist noch eine Landwirtschaft nebenher.  Handwerker wie Müller, Schmied oder Wagner arbeiteten eng mit den Bauern zusammen.

Auch Berufe wie Schuster, Sattler, Zimmerleute, Küfer, Schneider oder Näherinnen hatten in den Dörfern genügend zu tun. Um ein gutes Auskommen zu haben, hatten viele Handwerker noch eine kleine Sölde (Landwirtschaft) neben ihrem Beruf. Eine Ausnahme gab es im ehemaligen Dorf Altenberg. Hier gab es viele Gipser, die weit über die Grenzen hinweg für ihre gute Arbeit bekannt waren. Vom Frühjahr bis in den Herbst arbeiteten sie vor allem auf auswärtigen Baustellen.

Schneider, Näherinnen, Schuster oder Sattler konnten in der Regel das ganze Jahr über arbeiten, während Berufe, die witterungsabhängig waren, in den Winter-monaten pausieren mussten. Um in der kalten Jahreszeit ihr Auskommen zu haben, gingen viele Handwerker, Bauern mit ihren Knechten und Söldnern als Waldarbeiter in den Dienst zu den Waldbesitzern.

Bald jedes Dorf entlang des Zwergbaches hatte eine Mühle. Die Mühlen waren in der Regel mit zwei Mahlgängen ausgestattet und wurden durch Wasserkraft über ein Mühlrad angetrieben. Eine der moderneren Mühlen war die Mühle Ilg in Landshausen, die sogar noch modernisiert wurde; 1913 wurde sie nämlich auf Turbinenantrieb umgebaut.

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges kam auch die erste Industrieansiedlung ins Bachtal. Auf der Gemarkung von Ballhausen ließ sich eine Schuhfabrik nieder, später die Firma Siemens. Beschäftigt wurden hier überwiegend Frauen aus dem ganzen Bachtal. Auch Heimarbeit gab es in den 1950er und1960er Jahren. Die Firmen Steiff und Alligator aus Giengen brachten einmal in der Woche Rohware an feste Standpunkte in die Dörfer.  Frauen holten die losen Teile ab und nahmen sie zur weiteren Bearbeitung mit nach Hause. Die unter der Woche gefertigten Arbeiten gingen im Tausch, nach einer Stückzahlkontrolle,  wieder zurück in die Fabriken.

Bei den kleinen Dorfkaufläden machte einer nach dem anderen zu. Stattdessen kamen die Discounter wie Netto und Edeka mit ihrem großen Angebot. Nur in Zöschingen gab es eine Ausnahme. Nachdem dort der letzte Laden geschlossen hatte, entstand durch eine Bürgerinitiative ein moderner Dorfladen.

Getränke kauft man heute im Super- oder Getränkemarkt. Früher gab es in jeder Ortschaft mehrere sogenannte Flaschenbierhandlungen. Da konnte man die Getränke entweder kisten- oder flaschenweise kaufen. Auch kam einmal in der Woche ein Getränke-Lieferdienst ins Dorf. Das hatte den Vorteil, dass die Fahrer die Bier- oder Limonadenkisten gleich in den Keller getragen haben.

Auch die Dorfwirtschaften sind die letzten Jahre immer weniger geworden. Manche Dörfer im Bachtal haben keine Gastwirtschaft mehr. Das Konsumverhalten hat sich verändert und das gesellschaftliche Leben findet heute oft nur noch in Vereinsgaststätten statt.

Die Jahrtausendwende brachte weitere Industrie, aber auch Dienstleister und IT-Firmen kamen ins Bachtal. Vielfältige Möglichkeiten der Technik brachten ganz neue Berufszweige. Ein Grund, die Geschichte jetzt aufzuschreiben, sonst geht sie für immer verloren.

Alle die  hier zusammengetragenen Beiträge basieren auf Auskunft der Betriebsinhaber oder deren Nachkommen, auf Erzählungen sowie Erinnerungen älterer Mitbürger unserer Gemeinden.  Es sind Geschichten von Menschen über Menschen, die in unseren Dörfern leben oder gelebt haben. Die ganz einfach ein Teil der Geschichte des Bachtals sind. Es gibt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder vollkommen richtiger Wiedergabe. Es soll eine Erinnerung an Menschen und deren Lebensleistung sein.

 

 
 

 
 

Waldarbeiter im Staufener Wald, auf dem linken Sägeblatt steht: „Gruß von Abt. 1 v. Fischereiche 1937“, auf dem mittleren Sägeblatt „Holzhauer Staufen 24.02.1937“, auf dem rechten Sägeblatt „Wir sind die lustigen Holzhacker, „Holdie““. Die Personen v.l.n.r. hinten: Thomas Wenzenburger, Eugen Rettenberger, Forstverwalter Benedikt Leonhard, Karl Rettenberger, vorne: Eugen Müller, Bonifaz Willer, Gustl Dirr, August Stutzmiller, Nikolaus Rettenberger, Fridolin Eggert, Georg Stutzmiller

 
 
 

Schlußwort

Der Gang durch die Geschichte unser Geschäfte war verbunden mit vielen Gesprächen, forschen in den Archiven und mit dem Sammeln von alten Fotografien. Da bei vielen alten Betrieben keine Zeitzeugen mehr da waren, blieb so manche Frage offen.

Um die Erinnerungen weiterer Geschichten über weitere Generationen festzuhalten sind Gespräche mit Zeitzeugen eine wichtige Aufgabe.

Das Sammeln von alten Fotografien, die das Leben im Dorf beschreiben, sehen wir als eine weitere große Aufgabe an. Wir möchten den Bildern eine Geschichte geben.

Wer Interesse an der Geschichte hat, alte Bilder besitzt, wer gerne Geschichten von früher erzählt, ist willkommen.

Bei Interesse wenden Sie sich an:

            Interkommunaler Arbeitskreis Archiv und Geschichte

            VG Syrgenstein Telefon 09077/709-0

oder an den

Historischen Bürgerverein Staufen

Telefon 09077/700740 

Wir freuen uns auf Sie.

Karl-Josef Stutzmiller